Ideengeber
Wie alles begann... Faszination Langstrecke
2010
Am 09. Oktober 2010 startet die 1. GROSSE WESERRUNDE als privat organisierte Langstreckenfahrt. Die Idee zu der Herausforderung im Weserbergland kam Andreas Tolksdorf auf der jährlich stattfindenden Vätterrundan in Schweden. Er ist gleichzeitig der Initiator der GROSSEN WESERRUNDE und legte als Start und Ziel das Schiller-Gymnasium in Hameln fest. Damaliger Verlauf: Hameln – Beverungen – Hannoversch Münden – Höxter – Rinteln – Hameln. Damalige Teilnehmerzahl: ca. 40 Freunde und Bekannte.
2011
Die 2. GROSSE WESERRUNDE am 01. Oktober 2011 hatte auch wieder Hameln als Start und Ziel. Der Streckenverlauf war derselbe, wie beim 1. Mal, aber es konnte nun zwischen verschiedenen Streckenlängen gewählt werden. Das Highlight: Die letzte Verpflegungsstation inmitten des Rintelner Weinfestes. Damalige Teilnehmerzahl knapp 75.
2012
Seit der 3. Auflage in 2012 ist das Gymnasium Ernestinum in Rinteln Start und Ziel der GROSSEN WESERRUNDE. Die 150 km-Strecke steht zusätzlich als kürzeste Tour zur Auswahl. Mit damals 140 Teilnehmern hat sich die GROSSE WESERRUNDE über den Geheimtippstatuts hinausentwickelt. Viele Stammgäste erscheinen inzwischen auf der Teilnehmerliste.
2013
Mit der 4. Auflage in 2013 wechselte der Termin der GROSSEN WESERRUNDE von Anfang Oktober auf Anfang September.
2014
Organisierte Andreas Tolksdorf bis 2013 die GROSSE WESERRUNDE noch nahezu im Alleingang, wechselte 2014 der Veranstalter. Seitdem sind die Stadtwerke Rinteln Veranstalter der GROSSEN WESERRUNDE-Organisation im Vorfeld, Marketing und Anmeldung übernimmt das Touristikzentrum Westliches Weserbergland. Schon in den Vorjahren begleiteten Sie die Veranstaltung z.B. mit einem Rundum-Sorglos-Paket, aber auch in der Bewerbung. In den folgenden Jahren wurden viele Anregungen umgesetzt, Verpflegungsstationen optimiert, die Ausschilderung eingeführt, das Service- und Leistungsportfolio verbessert.
2015
Seit 2015 und somit der 6. Auflage ist es sogar für RTF-Fahrer möglich, Punkte für die GROSSE WESERRUNDE in die BDR-Wertung mit einfließen zu lassen.
2019
In 2019 feiert die GROSSE WESERRUNDE bereits ihre 10. Auflage, erstmal wurde dabei auch die 500 Teilnehmer Marke übertroffen. Die GROSSE WESERRUNDE ist mittlerweile ganz so, wie es sich Andreas Tolksdorf immer gewünscht hat, zur Tradition in der Freizeit-Radsportszene geworden. Und so hat auch der Startplatz Nr. 1 für ihn Tradition.
2020
Die 11. GROSSE WESERRUNDE sollte am 29. August 2020 stattfinden. Diese musste aber Corona-bedingt verschoben werden.
2021
Am 28. August 2021 konnte endlich die 11. GROSSE WESERRUNDE – unter der Einhaltung eines pandemiebedingten Hygienekonzeptes stattfinden. Die Teilnehmerzahl war auf 500 Personen begrenzt. Trotz der Einschränkungen war es eine gelungene Veranstaltung mit tollen neuen Partnern und zahlreichen neuen Teilnehmern.
2022
Die 12. GROSSE WESERRUNDE am 27. August 2022 wird zum Meilenstein der Veranstaltungsreihe: Erstmals haben sich über 750 Teilnehmer für die Tour durch das Weserbergland angemeldet. Auch der Start- und Zielort am Weseranger in direkter Nähe zur Rintelner Innenstadt hat sich bewährt und soll zukünftig der Ausgangspunkt für die GROSSE WESERRUNDE bleiben.
2023
Mit der 13. GROSSEN WESERRUNDE am 26. August 2023 wurden nochmals alle Rekorde getoppt. Mit über 900 Anmeldungen war die 13te Auflage die bislang erfolgreichste Veranstaltung. Erstmals konnte die Veranstaltung dazu nahmhafte Sponsoren und Partner für sich gewinnen. Mit dabei waren u.a. Krombacher, Škoda, Schwalbe, Dextro Energy, Sebamed sowie Trek und regionale Partner wie Aerzener Brot und AKU aus Aerzen.
2024
Es ist fast unvorstellbar, dass man als einst kleine privat organisierte Radveranstaltung die letzten Jahre noch einmal toppen kann. Aber mit der 14. GROSSEN WESERRUNDE, welche am 24. August 2024 stattfand, konnte das Team ein Ausverkauft mit 1.200 Anmeldungen verzeichnen. Der Wahnsinn! Und auch die Kooperationen im Rahmen der Veranstaltung konnten weiter ausgebaut werden mit Sponsoren und Partnern wie Krombacher, dem ADAC, Schwalbe, Dextro Energy, ALPECIN Cycling sowie Trek und den Aerzener Betrieben Aerzener Brot und AKU.
2025
Am 23. August 2025 fand die15. GROSSEN WESERRUNDE statt. Wieder konnten wir ein Ausverkauft mit 1.350 Anmeldungen melden. Der Wahnsinn! Langsam wurde aber klar, der Weseranger ist ein wunderschöner Start- und Zielort, jedoch stößt dieser gerade bei gutem Wetter an seine Grenzen. Das Team machte sich also an die Arbeit. Außerdem war das Rintelner Unternehmen Stüken erstmals mit dabei, worauf wir wahnsinnig stolz sind.
2026
Ein neuer Meilenstein wurde erreicht: Nicht nur nahmen am 22. August 2026 unglaubliche 1.500 Teilnehmende an der 16. GROSSEN WESERRUNDE teil, die Veranstaltung zog auch um. Es hieß „Back to the roots“ – Der neue (und alte) Start- und Zielort war nun wieder am Rintelner Gymnasium Ernestinum, welches nach dem großen Umbau des Schulhofs und der IGS großes Potenzial für einen großartigen Veranstaltungsort bietet. Von hier aus starteten die Teilnehmenden auf die sechs verschiedenen Routen durch das Weserbergland.
Interview mit Andreas Tolksdorf
Der Elektroingenieur Andreas Tolksdorf aus Hameln ist der „Vater“ des Weserradmarathons GROSSE WESERRUNDE.
Anlässlich der 10. GROSSEN WESERRUNDE war er mit Hans Weimann im Gespräch. Das Interview wurde am 21.08.2019 in der Schaumburger Zeitung veröffentlicht.
Ich bin im Jahr 2003 durch einen Arbeitskollegen zum Langstreckenfahren gekommen. Da hätte ich die Chance, den Auswirkungen meines damaligen Bandscheibenvorfalls „davonzufahren“. Mir schien ein Liegerad dafür geeignet zu sein. Mit dem Liegerad bin ich dann 2004 in die Touren der Randonneure eingestiegen und erstmalig 200 Kilometer im Weserbergland mitgefahren. Danach habe ich mich mit zwei weitere Kollegen bei der Vätternrundan in Schweden angemeldet. 2005 waren wir bei dieser 300 Kilometer langen Tour dabei. Bei der Vätternrundan fahren neben sportlich ambitionierten Fahrern auch Menschen mit, die einfach die Strecke absolvieren wollen. Das macht die besondere Atmosphäre dieser Veranstaltung aus. Das war für mich die Idee für die GROSSE WESERRUNDE. Auch bei der berühmten Styrkepröven (Trondheim–Oslo) mit 560 Kilometern Länge bin ich mitgefahren.
Ehrlich gesagt: Ja! Wer die Vätternrundan erlebt hat, dort starten inzwischen mehr als 20 000 Radfahrer, der weiß, wie viele Menschen sich für eine solche Strecke begeistern lassen.
Ich bin viele Brevets der Randonneure gefahren. Das sind schlank organisierte Langstreckenfahrten mit Längen von 200, 300, 400 und 600 Kilometern. Hier fahren oft nur 30 bis 40 Fahrer mit. Es gibt wenige Kontrollpunkte, an denen man sich Stempel holen muss. Die Brevets muss man absolvieren, um sich für die alle vier Jahre stattfindende Tour Paris–Brest–Paris (kurz PBP) zu qualifizieren. Die PBP bin ich 2007 und 2011 gefahren. Hier hat man maximal 90 Stunden Zeit, die rund 1200 Kilometer zu schaffen.
Das Foto zeigt meinen Arbeitskollegen Manfred Tinebor, der mich zum Langstreckenfahren verführt hat, und mich. Es entstand 2007 am Tag vor dem Start meiner ersten PBP. Den Sonnenschein auf diesem Foto gab es übrigens nur vor der PBP. Die PBP 2007 ist als bisher regenreichste Fahrt in die Chronik eingetragen worden.
Randonneure sind schon Menschen, die sich an besondere Herausforderungen wagen. Wenn man bei solch lange Strecken auch nachts und bei widrigen Wetterbedingungen unterwegs ist, lernt man es schätzen, wenn man von Mitfahrern begleitet wird. Man hilft sich gegenseitig. Es ist sicher so: ein wenig verrückt muss man wahrscheinlich schon sein.
Ich fahre nicht regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit. Das lässt sich meist nicht mit den Terminen an den Standorten meiner Firma vereinbaren. Wenn es möglich ist, fahre ich aber die 19 Kilometer mit dem Rad.
Die Entwicklung von Batterien ist sicher noch nicht am Endpunkt angekommen. Hier werden wir technologisch noch einige Überraschungen erleben.
E-Bikes bringen viele Menschen zum Radfahren, die sich ohne Motorunterstützung nicht aufs Rad gesetzt hätten. Von daher ist es eine wirkliche Chance, einen Beitrag zur Eindämmung des Autoverkehrs zu leisten.
Es gibt Städte wie zum Beispiel Münster, dort bin ich aufgewachsen, die gegenüber anderen Städten für eine deutlich bessere Infrastruktur für Radfahrer gesorgt haben. Es ist also auch in Deutschland möglich, radfreundliche Städte zu gestalten. Auch die Radwegenetze außerhalb von Städten sind unterschiedlich gut ausgebaut. Hier dürfen sich Regionen mit unterentwickelter Infrastruktur gerne von den besser ausgebauten Regionen etwas abschauen. Es liegt aber letztlich an jedem Einzelnen, sich aufs Rad zu setzen. Bei zunehmendem Radverkehr wächst auch die Einsicht, entsprechende Infrastruktur zu bauen.